Gut beraten beim Wohnmobil-Kauf

Egal, wohin es geht - der Urlaubstrend-Zeiger steht auf Camping! Immer mehr Menschen entscheiden sich für den Kauf eines Zuhauses auf vier Rädern. Gute Gründe dafür gibt es viele: Flexibilität, Freiheit, geringere Kosten und natürlich der Wohlfühlfaktor. Bevor es allerdings in den lang ersehnten Urlaub gehen kann, warten viele Fragen auf eine Antwort: Welche Wohnmobilarten gibt es überhaupt? Was muss ich beim Kauf beachten? Und wenn ich erst einmal ein Wohnmobil habe, darf ich mich dann damit überall hinstellen? Für diese und andere wichtige Fragen haben wir die passenden Antworten zusammengestellt. Wählen Sie einfach Ihr Thema aus der unten stehenden Selectbox aus.

Was für Arten von Wohnmobilen gibt es und was sollte ich beim Kauf beachten?

Mitten im Arbeitsalltag leistet ein Urlaub wahre Wunder. Dieser Ausgleich zur Stressroutine wird meist mit einer Reise in eine andere Region oder gar ein anderes Land realisiert. Da kann bei Fahrt / Flug, Unterkunft und separaten Ausflügen das Budget doch recht schnell geknackt werden. Wer oft verreist und nicht stationär gebunden sein möchte, der entscheidet sich für ein Wohnmobil. Wie lange man an einem Platz verweilt und wo es als Nächstes hingeht, bestimmen die Reisenden allein. Ohne Gebundenheit an ein Reisebüro oder einen Standort kann das Land mit einem Wohnmobil auf eigene Faust erkundet und ein Abenteuer erlebt werden. 

Welche Wohnmobile gibt es?

Welches Wohnmobil-Modell kaufen

Bei der Wahl für das richtige Wohnmobil gibt es mehr Details zu beachten, als man anfänglich zu denken vermag. Ganz nach dem eigenen Gusto und Anspruch stehen selbstredend verschiedene Fahrzeugtypen zur Verfügung – hier kann die erste individuelle Entscheidung getroffen werden. Doch auch die Fragen zur Finanzierung, zu den Verkaufsstellen, zum Kaufzeitpunkt und zur Ausstattung wollen beantwortet werden. Dieser Überblick soll als Kauferleichterung fungieren und die Entscheidung vereinfachen. Im Vorfeld darf sich über einige Kriterien Gedanken gemacht werden. Diese bestimmen die Wahl des Fahrzeugtyps sowie die Grundausstattung.

Standorte

  • Campingplätze bieten Landstrom, Toiletten und Duschen
  • Stellplätze bieten meistens Grundversorgung, manchmal nur Parkplatz
  • Privatgrundstücke nach Absprache bedingen die Abhängigkeit zum Besitzer
  • Erlaubtes Wildcampen setzt höchste Anforderungen an die Selbstversorgung voraus

Befestigung für ein Vorzelt

  • Zusätzlicher Stauraum
  • Kochnische
  • Aufenthaltsraum bei schlechtem Wetter
  • Auf Campingplätzen erlaubt, auf Stellplätzen meist nicht

Eingetragene Sitzplätze

  • Erlaubnis der zu transportierenden Personenanzahl
  • Muss nicht den Sitzmöglichkeiten und Schlafoptionen entsprechen

Alter des Wohnmobils

  • Reparaturen nehmen bei älteren Fahrzeugen zu
  • Umweltzonen können manche Reisen verkomplizieren
  • Aufrüstung alter Wohnmobile auf moderne Ansprüche teurer

Betten

  • Hubbett – wird in Fahrerkabine / Wohnraum abgesenkt
  • Festbett – eingebaut im Heck des Wohnmobils
  • Mobilbetten – tagsüber Sitzflächen, abends Betten
  • Stockbetten – Platz sparende Anordnung übereinander

INFO

Wohnmobile, welche älter als 30 Jahre sind, zählen zu den Oldtimern – dies muss jedoch beantragt werden. Der neue Status senkt zum einen die Steuern und erlaubt andererseits das Durchfahren von Umweltzonen.

TIPP

Feuchtigkeitsmessgeräte geben Sicherheit beim Kauf eines Wohnmobils.

Die Entscheidung für ein spezielles Modell hängt grundlegend von folgenden Punkten ab:

  • Budget
  • Reiserouten / -ziele
  • Platzbedarf
  • Komfortbedarf
  • Mitreisende
  • Gepäck
  • Führerschein

 

Und so beginnt die Reise zum eigenen Wohnmobil mit der Auswahl verschiedener Fahrzeugtypen:

Campingbus / Camper Van – der Flexible

  • Wendig und einfach zu manövrieren
  • Hecktüren für sperriges Gepäck
  • Kein richtiges Bad
  • Eignung für zwei Personen
  • Niedriges Komfortlevel
  • Urlaubs- und alltagstauglich
  • Eingeschränkte Stehhöhe
  • Eingeschränkter (Stau-)Raum
  • Sommerbetrieb

Kastenwagen – der Ausgebaute

  • Bett im Heck mit Stauraum darunter
  • Eignung für 2–4 Personen
  • Mittleres Komfortlevel
  • Mehr Stauraum als im Campingbus
  • Separater Sanitärraum
  • Durchgehende Stehhöhe
  • Sommerbetrieb und eingeschränkter Winterbetrieb
  • Niedriges Preissegment

Alkoven-Wohnmobil – der Klassiker

  • Festbett oberhalb der Fahrerkabine
  • Extreme Höhe – Vorsicht bei Überbrückungen und Unterfahrten
  • Familienmodell dank zusätzlicher Schlafstellen
  • Heckgarage und Doppelboden üblich
  • Deutliche Seitenlage und höherer Kraftstoffverbrauch
  • Eignung für 4–6 Personen
  • Mittleres bis hohes Komfortlevel
  • Ausreichend Platz für Bad und Küche
  • Abschottbares Fahrerhaus
  • Sommerbetrieb und Winterbetrieb
  • Mittleres Preissegment

Teilintegriertes Wohnmobil – der Windschnittige

  • Fahrerhaus teilweise in Wohnbereich integriert
  • Drehbare Fahrersitze als Ensemble zum Esstisch
  • Flache Konstruktion
  • Wahl nach Hubbett oder Sitzbankumbau
  • Tiefer Schwerpunkt schenkt gewohntes Fahrgefühl eines Pkws
  • Eignung für 2–4 Personen
  • Mittleres bis hohes Komfortlevel
  • Niedrigerer Kraftstoffverbrauch
  • Wenig isoliertes Fahrerhaus
  • Sommerbetrieb und eingeschränkter Winterbetrieb
  • Mittleres Preissegment

Integriertes Wohnmobil – der Komfortable

  • Eigenständige Bug-Maske mit Panoramafrontscheibe
  • Großartiges Raumgefühl
  • Hubbett über Fahrerhaus
  • Oft schwerer als 3,5 Tonnen – Achtung: Führerschein!
  • Eignung für 2–4 Personen
  • Hohes Komfortlevel
  • Sehr gute Isolierung
  • Sommerbetrieb und Winterbetrieb
  • Hohes Preissegment

Liner – der Luxuriöse

  • Technisch anspruchsvoll
  • Moderne Einrichtung
  • Erweiterungen mit ausfahrbaren Erkern möglich (Slide-Outs, High-End)
  • Eignung für 2–4 Personen
  • Sehr hohes Komfortlevel
  • Ausgiebig freier Platz
  • Viel Stauraum
  • Hoher Kraftstoffverbrauch
  • Abmessungen bedingen große Vorsicht im Straßenverkehr
  • Sommerbetrieb und Winterbetrieb
  • Sehr hohes Preissegment

Mieten oder Kaufen – was lohnt sich?

Alle Kosten wenn ich ein Wohnmobil miete


Fahren Sie ein Wohnmobil Ihrer Wahl doch beim ersten Urlaub zur Miete. Dann wissen Sie, ob Ihre Ansprüche erfüllt werden und sich ein Kauf persönlich lohnt.

Mag man mindestens einmal pro Jahr oder mehrmals voller Freiheit in der Routenplanung die Welt oder zumindest die Nachbarländer erkundigen, zahlt sich ein eigenes Wohnmobil schnell aus. Liegt das ein- oder zweimalige Abenteuer über fünf Jahre im Fokus, dann reicht sicher schon ein gemietetes Reisemobil. Beide Seiten bieten Vor- und Nachteile

Vorteile beim Mieten

  • Keine Anschaffungskosten
  • Keine laufenden Kosten (Versicherung, Reparaturen)
  • Kein zusätzlicher finanzieller Aufwand (Inspektion, TÜV)
  • Keine Unterbringungsschwierigkeiten des Fahrzeugs
  • Keine intensive Außen-Säuberung des Campers
  • Flexibilität für Urlaub ohne Wohnmobil (kein schlechtes Gewissen)
  • Wenn Werkstattbesuch notwendig, hilft Vermietstation
  • Keine Gedanken nach der Wohnmobil-Rückgabe

Nachteile beim Mieten

  • Kurztrips lohnen nicht
  • Hohe Mietkosten
  • Wohnmobile im Reisezeitraum evtl. nicht verfügbar
  • Gewünschtes Fahrzeug evtl. schon ausgebucht
  • Keine Auswahl der Inneneinrichtung nach eigenem Geschmack

Vorteile beim Kauf

  • Nicht an feste Zeiten gebunden
  • Jederzeit abfahrbereit
  • Regelmäßige Fahrten ohne Mehrkosten
  • Wochenendtrips lohnen sich
  • Weniger Packstress (viele Dinge können im Camper verbleiben)
  • Nutzung der eigenen Ausstattung (kein Fremdgebrauch)
  • Möglichkeit Wohnmobil in der Familie zu teilen = Kosten sparen
  • Möglichkeit Wohnmobil von privat zu vermieten = Geldeinnahme
  • Die Ausstattung kann individuell ausgesucht werden
  • Die Inneneinrichtung kann nach eigenem Geschmack gestaltet werden

Nachteile beim Kauf

  • Hohe Anschaffungskosten
  • Regelmäßige Kosten (Stellplatz/Garage, Versicherung, Inspektion, TÜV)
  • Suche nach sicherem Unterstand / Garage für das Wohnmobil
  • Regelmäßiges Putzen und Säubern des Fahrzeugs (innen und außen)

INFO

In manchen Mietverträgen ist in die Rede von einer besenreinen Übergabe.

Wo kaufe ich mein Wohnmobil am besten?

Es gibt verschiedene Anlaufstellen, um zum eigenen Wohnmobil zu gelangen:

Händler

  • Offizielle Verkaufsadresse
  • Gewährleistung auf Neu- und Gebrauchtwagen

Hersteller

  • Neuwagen in Markenqualität
  • Individuell angefertigte Wohnmobile

Internetverkäufer

  • Gute Schnäppchen, aber große Risiken
  • Niemals ohne Vororttermin und Probefahrt

Achtung vor Phishing:

„Angebliche Käufer“ erhalten Angebot und Kontaktdaten vom Originalhändler. Sie nutzen dies für sich, senken den Verkaufspreis und stellen es ins Netz. Teilanzahlungen sieht man bei diesen Identitätsfälschungen nie wieder.

Privathändler

  • Günstige Preise
  • Keine Garantie – detaillierten Vertrag aushandeln!

Für den Kauf bei einer Privatperson sollte immer ein Vertrag ausgearbeitet werden. Enthaltene Klauseln wie „Gekauft wie gesehen“ sollten zu einer genauen Inspizierung führen. Mit dieser Klausel wird der Verkäufer sehr vielen Verpflichtungen entzogen. Nur bei arglistiger Täuschung ist er dann noch haftbar. Es sollten folgende Punkte aufgeführt sein:

  • Anzahl der vorherigen Fahrhalter
  • Fahrzeugmodell mit Fahrzeugnummer
  • Baujahr
  • Kraftstoffart
  • Farbe und Lackierung
  • Kilometerstand
  • Technische Daten
  • Schadstoffklasse
  • Datum der Erstzulassung
  • Türenanzahl
  • Ist das Wohnmobil ein Import
  • Geräte und Funktionen
  • Mängel und Fahrzeugschäden

Benötige ich ein Wohnmobil mit teurer Zusatzausstattung?

Welche Sonderausstattung für ein Wohnmobil kaufen

Viele Wohnmobile bieten Reisenden neben einzelnen Wohnarealen und der Koch- sowie Toilettennische nützliche Vorzüge einer Schatten spendenden und kühlenden Markise. Auch eine Befestigung für ein Vorzelt ist empfehlenswert, wenn Campingplätze angefahren werden sollen. Zusätzlich existiert ein breit gefächertes Angebot an Zusatzausstattung. Dieses sollte bewusst und nach dem eigenen Reiseverhalten ausgewählt werden. Sie klingen gut, offerieren Luxus und treiben den Preis nach oben. In vielen Fällen werden sie aber während einer Reise gar nicht benötigt. Doch ein paar Upgrades sind recht nützlich:

  • Anhänger / Aufhängung für Fahrräder
  • Keller (doppelter Boden) für Stauraum
  • Solardächer / Generatoren für lange Reisen
  • Elektronisches Stabilitätsprogramm ESP
  • Beifahrer-Airbag
  • Crash-Sensor für die Gasanlage
  • Aufrüstung auf fünf oder sechs Gurtplätze
  • Satellitenanlage auf dem Dach
  • Solaranlagen
  • Erweiterung der Steckplätze für 230 Volt, 12 Volt und USB
  • Isolierter Abwassertank für den Winter
  • Stromsparende, langlebige LED-Lampen
  • Rückfahrkamera
  • Dachfenster für Licht und Luft
  • Tankvergrößerung (auf 90 Liter)
  • Fahrerhausverdunkelung als Schutz vor neugierigen Blicken und Sonneneinstrahlung
  • Notbrems- und Spurhalteassistent

Die Entscheidung für einen Keller am Wohnmobil sollte auch bezüglich der Routenwahl getroffen werden. Immerhin wird die Bodenfreiheit stark eingeengt, was sich auf einer wilden Buckelpiste in der Natur als negativ erweisen könnte. Die meisten Verbindungstrassen sind jedoch sicher asphaltierte Straßen, sodass die Bedenken schwinden können.

Was gibt es bei einer Fahrt mit dem Wohnmobil zu beachten

Bei einer Fahrt mit dem Wohnmobil offenbaren sich viele Freiheiten, aber auch neue Herausforderungen. Folgende Besonderheiten sind zu beachten

  • Überlänge des Fahrzeuges – Achtung Einparken 
  • Überhöhe des Wohnmobils – Vorsicht vor Unterfahrten und Brücken 
  • Hygienestandards sind aufrechtzuerhalten 
  • Schwerpunkt des Fahrzeugs liegt oft oberhalb des gewohnten Fahrgefühls 
  • Innerstädtische Touren sind mitunter nicht möglich 
  • Geräuschkulisse bei der Fahrt ist intensiver

Des Weiteren gilt es die Hausregeln der Campingplätze und Stellplätze zu berücksichtigen. Auch auf den Umgang mit den Nachbarn darf man sich gesittet und respektvoll einlassen.

Hinweis: Wenn die Dusche aus dem Campingmobil in die Seen der Natur verlegt werden soll, wird bitte auf Shampoos und Seifen verzichtet. Die Natur erholt sich nur sehr langsam von Tensiden, welche im Wasser schwer abbaubar sind und das ökologische Gleichgewicht stören.

Wie sind die Lieferzeiten von Wohnmobilen?

Die Lieferzeiten variieren je nach Hersteller und vor allem nach gewünschtem Wohnmobil. Im Allgemeinen hängt die Lieferzeit von folgenden Punkten ab:

  • Absatzmarkt
  • Verfügbarkeit des Basisfahrzeugs
  • Aufbauvariante
  • Spezialausstattung
  • Logistik
  • Transport

Wenn davon ausgegangen werden kann, dass ein entsprechendes Grundchassis vorhanden ist, beginnt die Montage. Bis zum Verlassen des Montagebandes dürfen bis zu zwei Monate kalkuliert werden. Der Transport bis zum tatsächlichen Übergabeort kann noch einmal bis zu sechs Wochen betragen – je nach Produktionsstätte. Boomt der Markt, erhöht sich diese Lieferzeit aufgrund der Wartezeit. Zudem können Individuallösungen sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Zur Verkürzung der Wartezeit tragen zwei Faktoren bei:

Kauf beim Privathändler

  • Das ausgeschriebene Wohnmobil ist sofort verfügbar
  • Oft Einschränkungen bei persönlichen Wünschen
  • Gebrauchtes Wohnmobil

Kauf beim Fachhändler

  • Erfahrungen und Bauchgefühl bestimmen Ankauf
  • Stöbern verschafft lohnenden Vergleich
  • Schnäppchen locken
  • Netzwerk schafft Effizienz
  • Alle persönlichen Wünsche werden erfüllt

TIPP

Tipp: Der Vermerk „unverbindlicher Liefertermin“ schenkt dem Verkäufer einen zeitlichen Spielraum – dieser enthält lediglich bis zu sechs Wochen. Danach kann der Käufer mahnen und Preisnachlass aushandeln. Nur in seltenen Fällen sollte vom Kaufvertrag zurückgetreten werden, man möchte schließlich sein Wohnmobil und ein Schnäppchen dazu.

Wie kann ich mein Wohnmobil richtig finanzieren?

Es gibt drei gängige Finanzierungsformen:

Ratenkredit

  • Gleich bleibende, monatliche Raten
  • Laufzeit frei verhandelbar (bis zu zehn Jahre)
  • Günstige Zinssätze (hängt von Bonität des Kunden ab)
  • Breites Angebot auf dem Markt
  • Niedrige Raten bei hoher Anzahlung oder langer Laufzeit
  • Barzahlung beim Händler möglich (Rabatte möglich)
  • Hinterlegung einer Sicherheit – z.B. aktuelles Fahrzeug

Drei-Wege-Finanzierung

  • Geringe Anzahlung
  • Fester Zinssatz und niedrige Raten
  • Kurze Laufzeiten
  • Rückgaberecht – gesamter Preis muss nicht finanziert werden
  • Drei Endmöglichkeiten – Schlussrate, Weiterfinanzierung, Rückgabe an Händler
  • Mängel am Reisemobil mindern Rückgabepreis
  • Anschlussfinanzierung teuer

Ballon-Finanzierung

  • Bis zu 50 Prozent der Kreditsumme als Schlussrate
  • Keine oder geringe Anzahlung
  • Fester Zinssatz und niedrige Raten
  • Kurze Laufzeit
  • Hohe Schlussrate und teure Anschlussfinanzierung

Finanzierer können hierbei Hausbanken wie auch die Händler selbst sein. Dabei werden stets Ressourcen von Fahrzeugfinanzierungen in Anspruch genommen. Führende Banken hierfür sind:

  • Santander Consumer Bank
  • S-Kreditpartner
  • Europa Bank (Ableger Volkswagen Bank)

Wer sich bei seiner Hausbank erkundigt, wird schnell die Auswahl zwischen Verbraucherdarlehen oder Hypothekendarlehen bekommen. Letzteres bietet viel bessere Konditionen, jedoch auch einen längeren Bindungszeitraum. So zahlt man unter Umständen noch für ein Wohnmobil, welches schon wieder verkauft worden ist.

Wieviel kostet ein Wohnmobil durchschnittlich im Jahr?

Welche Kosten muss man für ein Wohnmobil einplanen?

Für ein Wohnmobil fallen stetig laufende Kosten an. Diese setzen sich aus folgenden Teilbeträgen zusammen:

  • Kfz-Steuer
  • Versicherung
  • Stellplatz / Unterstand
  • Wartung / Reparatur
  • TÜV inklusive Dichtigkeitsprüfung
  • Reifen
  • Reisekosten
  • Wertverlust

TIPP

Das tatsächliche Gewicht kann vom eingetragenen Gewicht durchaus abweichen. Die Waage einer Autowerkstatt hilft der Erkenntnis. Im schlimmsten Falle sind Auflagen vorhanden oder der jeweilige Führerschein nicht existent. Oder es bleibt kein Spielraum für das Gepäck einer vierwöchigen Rundfahrt. In einer Beispielrechnung ergeben sich für das Jahr ungefähr folgende Kosten:

  • Stellplatzmiete für Wintermonate 150 - 200 Euro
  • Campingcard ACSI für das Jahr 30 - 60 Euro
  • Versicherungsbeitrag 200 - 300 Euro
  • Wohnmobilsteuer 200 - 450 Euro
  • Reifen 250 - 500 Euro
  • Reiseführer 20 - 50 Euro (je Prospekt)
  • Vignetten 25 - 50 Euro (je Land)
  • Spritkosten 150 - 400 Euro (je nach Reiseziel)
  • Übernachtungskosten 10- 50 Euro (je Übernachtung)
  • Ausstattung (Teppich, Radio, etc.) 200 - 500 Euro
  • Gesamtkosten 1.125 - 2.660 Euro

Diese variieren beispielsweise bezüglich Versicherungssätzen oder Stellplatzmieten. Zudem gesellen sich weitere Kosten hinzu:

  • TÜV alle 2 Jahre (bei Wohnmobilen mit Dieselmotoren und Gesamtgewicht über 3,5 t alle 12 Monate) - Preise von Bundesland zu Bundesland verschieden
  • Reparaturen 45 - 100 Euro
  • Wartung 500 - 1.000 Euro
  • Gasprüfung alle 2 Jahre 50 - 100 Euro
  • Zusatzkosten 660 - 1.340 Euro

Wann ist der beste Kaufzeitpunkt?

Es ist ratsam, das Wohnmobil antizyklisch zu kaufen. Dies bedeutet, dass der Herbst ein lohnenswertes Argument für einen günstigeren Preis darstellt. Wenn die Saison langsam beendet wird, wollen erstens einige verkaufen und zweitens bekommen die Händler die Wohnmobile aufgrund niedriger Nachfrage nicht so gut an den / die Mann / Frau. Des Weiteren sollte der Absatzmarkt unter die Lupe genommen werden. Wenn Verkaufsrekorde geknackt und ein neuer Trend geschaffen worden sind, werden die Preise steigen. Vielleicht kann sich der Käufer dann noch ein oder zwei Jahre gedulden, um ein Schnäppchen zu machen – oder er kauft bewusst preisintensiver, weil es der Zeitraum erfordert.

Empfiehlt sich ein neues oder ein gebrauchtes Wohnmobil?

Für viele Wohnmobilisten wird das Budget ein klares Kaufargument sein. Und diesbezüglich wird das gebrauchte Wohnmobil lockende Offerten aufzeigen. Doch auch weitere Entscheidungskriterien helfen der richtigen Wahl:

Neufahrzeug

  • Hohes Maß an Planungssicherheit
  • Dichtigkeitsgarantie
  • Neuester Stand der Technik
  • Technischer Fortschritt bei Wohnmobilaufbauten
  • Individuelle Ausstattung

Gebrauchtfahrzeug

  • Vorteilhafter Preis
  • Keine langen Lieferzeiten
  • Keine umständlichen Preislisten
  • Ein konkretes Fahrzeug zum Begutachten
  • Eventuelle Kinderkrankheiten beseitigt oder feststellbar
  • Sonderausstattungen bereits an Bord

Jedoch ist die Entscheidung für neu oder gebraucht auch eine ganz individuelle Frage nach dem Wohlbefinden. Manche Menschen empfinden es als unangenehm, sich in einem Wohnmobil von einem vorhergehenden Besitzer zu befinden. Vielreisende mit ganz individuellen Ansprüchen finden sicher in einem Neuwagen auch mehr Potenzial – das neue Wohnmobil amortisiert sich dann auch recht schnell. Beachtung sollte beim Kauf eines gebrauchten Wohnmobils dem Wertverlust geschenkt werden. Im ersten Jahr beträgt dieser ungefähr 20 Prozent, im nachfolgenden nur zwölf Prozent. Jedes weitere Jahr wird in der Regel mit einem Wert zwischen acht und zehn Prozent bemessen. So kann man schnell einen Wucher oder ein Schnäppchen erkennen.

Was beachte ich beim Kauf eines Wohnmobils?

Der Kauf eines Wohnmobils stellt eine große Investition dar, welche mit größter Sorgfalt und einer lupenreinen Inspektion des Fahrzeuges einhergehen sollte. Vor dem Kauf sollte der Fokus auf Folgendem liegen:

  • Fahrzeugunterlagen überprüfen
  • Außenhaut nach Beschädigungen durchsuchen
  • Scheiben auf Unversehrtheit
  • Fahrzeuggewicht ermitteln
  • Sicherer Verschluss aller Schlösser
  • Tadelloser Zustand von Innen- wie Außenspiegeln
  • Funktionalität der Fensterheber oder der Kippfunktion
  • Reifen auf Beschädigungen und Profiltiefe checken
  • Dichtigkeit des Innenraums prüfen
  • Bordelektronik (Licht, Kühlschrank, Wasserversorgung)
  • Kupplung und Bremsen
  • Leistung und Zustand des Motors
  • Scheinwerfer
  • Gasleitungen und TÜV prüfen

Welche Kilometeranzahl / Leistung ist beim Kauf akzeptabel?

Beim Kauf bestimmen folgend die Ausstattung sowie der Zugwagen die wahren Anschaffungskosten. Oft wird die Maschine des Fahrzeugs ein wenig außer Acht gelassen, aber das Gesamtgewicht möchte ordentlich und effektiv befördert werden. Außerdem ermöglicht der Blick auf die Leistung ebenso Routen in der Landschaft oder steile Anstiege an Serpentinen. Die Kilometeranzahl weist dagegen nur daraufhin, dass mehrere kurze oder wenige lange Fahrten unternommen sind. Für den Kauf ist es eher irrelevant, weil die Wohnmobile auf Touren über Jahre konzipiert sind und daher bei richtiger Handhabung durch die bloße Zahl keine Mängel suggerieren.

Ein Urlaub mit einem Wohnmobil verbindet den Alltag mit dem Abenteuer. Wenn man erst einmal auf Reisen ist, kann bereits das Fehlen von sonst allgegenwärtigen Artikeln und Haushaltsgegenständen zu einem Problem werden. Eine Liste sorgt im Vorfeld für Abhilfe. Ein Check der Utensilien für sämtliche Bereiche des Wohnmobilalltags gestaltet die Tour auf vier Rädern vollkommen unkompliziert

Welche Grundausstattung muss mit auf Reisen?

Ob für die Sanitäranlagen oder die Küche, die Fahrt oder den Aufenthalt vor Ort – mitunter können die kleinen Dinge des Lebens die Reise erst funktional und unbeschwert werden lassen. Im Fokus sollte stets die Anzahl der Mitreisenden stehen. Folgende Grundausstattung für ein Wohnmobil darf Berücksichtigung finden:

Küche

  • Große flache Teller
  • Kleine flache Teller
  • Tiefe Teller und Müslischalen
  • Tassen (Edelstahl)
  • Saftgläser (Weingläser)
  • Besteck und Brotmesser
  • Schneidebretter
  • Schere
  • Feuerzeug und Nachfüllgas
  • Messbecher und Sieb
  • Zusätzlicher 2-Flammen-Gaskocher
  • Dosen- und Flaschenöffner sowie Korkenzieher
  • Sparschäler
  • Pfannenwender, Suppenkelle und andere Küchenhelfer
  • Pfannen und Töpfe
  • Klappbares Abtropfgestell
  • Thermoskanne
  • (Gas-) Grill
  • Wiederverwendbare Plastikbeutel (z.B. Gefrierbeutel)
  • Frischhalteclips
  • Frischhaltedosen mit Clip-Deckel
  • Wasserkocher und Kaffeezubereiter
  • Spülschüssel und Spülmittel
  • Spülschwamm / -bürste und Geschirrtücher
  • Küchenrolle und Müllbeutel

Bad

  • Badetücher
  • Kleine Handtücher
  • Seife
  • Zahnbürsten und Zahnpasta
  • Shampoo, Duschgel und Seife
  • Badeschlappen aus Plastik
  • Toilettenpapier und Feuchttücher
  • Kosmetik
  • Pflaster und Medikamente
  • Wasserdichte große Tasche
  • Desinfektionsspray
  • Waschmittel oder Reisewaschpaste
  • Sonnencreme
  • Anti-Mücken-Spray
  • Reiseapotheke
  • Fön
  • Kulturbeutel zum Aufhängen
  • Spezielle Hygieneartikel für Damen und Kinder

Sicherheit

  • Warndreieck, Warntafel und Warnwesten
  • Verbandskasten
  • Feuerlöscher
  • Löschsprays und Löschdecke
  • Rauch- und Gasmelder
  • Ersatzräder
  • Wagenheber und Radkreuz
  • Abschleppseil und -öse

Lebensmittel

  • Trockene Grundlebensmittel: (Reis, Pasta, Couscous)
  • Müsli oder Haferflocken
  • Tee, Kaffee und Kakao
  • Mehl und Zucker
  • Speiseöl und Essig
  • Gewürze (Salz, Pfeffer, Curry)
  • Konserven (Oliven, Früchte, Gemüse)
  • Tütensuppen und Dosengerichte
  • Trinkwasser
  • Getränke
  • Verpacktes Brot
  • Diverse Brotaufstriche
  • Kekse, und andere Naschwaren

Technische Kleinigkeiten

  • Stromwandler 12V > 230V
  • Mehrfachsteckdosen
  • Aux-Verbindungskabel
  • Outdoor-Zubehör (Kompass, Fernglas)
  • Panzer- und Isolierband
  • Draht und Kabelbinder
  • Batterien oder Akkus (6 x AAA + 4 x AA)
  • Stirn- und Taschenlampe
  • Kabeltrommel – 25 Meter
  • Starterkabel
  • Sicherheitsbox
  • Adapter- und Verlängerungskabel
  • Hammer und Heringe
  • Sturmband
  • Werkzeugkasten mit Schraubensortiment
  • Multitool
  • Heizlüfter

Was plane ich bereits vor der Fahrt ein?

Wenn man einmal unterwegs ist, bemerkt man die fehlenden Produkte meist erst zu spät. Dann gibt es oft kein einfaches Zurück mehr und ein Budget einschlagender Neukauf muss her. Umgehen kann man dies mit einer dezidierten Liste vorab – am besten für die einzelnen Lebensbereiche im Wohnmobil:

  • Gasflasche(n)
  • Deichselschloss + Kugel (Diebstahlsicherung)
  • Deichselhaube für den Wohnwagen
  • Verbreiterungsspiegel für das Zugfahrzeug
  • Holzbrettchen / Alu-Unterlegplatten (Auffahrkeile)
  • Abwassertank (Eimer)
  • Abwasserschlauch – 3 Meter
  • Faltkanister oder Gießkanne
  • WC-Flüssigkeit oder –Tabs
  • Trinkwasserentkeimung / Frischwasserzusatz
  • Leiter oder Trittstufe
  • Handstaubsauger
  • Besen und Kehrschaufel
  • Wäscheleine und Klammern
  • Klapptisch
  • Campingstühle / -liegen
  • Markise, Vorzelt oder Sonnensegel
  • Fußabtreter
  • Verschieden große Ordnungsboxen
  • Faltbarer Wäschekorb
  • Allwetterkleidung
  • Regenschirm
  • Teelichter (am besten LED)
  • Schreibblock und Kugelschreiber
  • Kühltasche oder Kühlrucksack
  • Picknick- und Fleecedecke
  • Nähzeug
  • (Gummi-)Handschuhe
  • Scooter für kurze Wege
  • Wärmflasche
  • Wärmeunterbett

TIPP

Oft wird an die Bettgarnitur nicht gedacht – Bettdecke und Kopfkissen mitnehmen!

Aber auch die Orientierungshilfe kann vorbereitet werden:

  • Handy und Telefon
  • Aufladegeräte für diverse technische Geräte
  • Landkarten vom Reisegebiet
  • Sprachführer
  • Hilfe- und Not-Apps organisieren
  • Navigationsgerät updaten
  • Camping-App
  • Campingführer
  • Camping-Key Europe Karte (notwendig für Skandinavien mit Rabatt
  • Bordbuch (Informationen zu Gas, Wasser, Strom und Toilette
  • Reisemappe mit Kontaktdaten

Welche Lieblingsprodukte dürfen auf meiner Reise nicht fehlen?

Neben den gängigen und funktionalen Alltagsgegenständen darf auch an individuelle Vorlieben gedacht werden. So offenbart die Reise in die Ferne mit dem Wohnmobil stets auch ein Stückchen Heimatgefühl. Folgende Dinge sind Emotionalien mit besonderer Wirkung:

  • Kleidung
  • Gegenstände zum Ausführen von Hobbys
  • Bücher
  • Lieblingsdecke
  • Emotionalien als Reiseglücksbringer
  • Kuscheltiere für die Kleinen

 

 

 

Wohnmobil Führerschein

Gewicht, Maße und Anhängerlänge bedingen die Fahrt mit einem Wohnmobil. Daher müssen Fahrzeugführer für diverse Fahrzeugtypen unterschiedliche Führerscheinklassen besitzen. Die Erfahrung mit überdimensionierten Fahrzeugen kann im Straßenverkehr viele Notfälle verhindern. Und so kann es mit dem passenden Führerschein zum wundervollen Wohnmobil ein zauberhaftes Abenteuer werden.

Welchen Führerschein benötige ich für welches Wohnmobil?

Im Pool der verschiedenen Wohnmobilklassen kann man schnell den Überblick über die benötigten Führerscheinklassen verlieren. Folgender kleiner Überblick kann Licht ins Dunkel der Vorschriften bringen:

Klasse B

  • Fahrzeug bis 3,5 Tonnen
  • Erweiterung B96 ermöglicht Anhänger über 750 Kilogramm
  • Erlaubnis des Führens eines Campingbusses
  • Erweiterung BE ermöglicht Anhängerlast von 3,5 Tonnen, aber grenzt das Gesamtgewicht auf 7 Tonnen ein
  • BE erlaubt das Fahren eines Wohnmobils mit zwei Achsen

Führerscheinklasse C1

  • Gesamtgewicht bis zu 7,5 Tonnen
  • Anhänger bis 750 Kilogramm
  • Erweiterung CIE ermöglicht Anhänger über 3,5 Tonnen und Gesamtgewicht über 7 Tonnen
  • Erweiterung CE genehmigt Gesamtgewicht von maximal 12 Tonnen

Wie sieht es mit ausgestellten Führerscheinen vor dem Jahr 1999 aus?

Führerscheine, welche vor dem Jahr 1999 ausgestellt worden sind, enthalten folgende Festlegungen für das Fahren eines Fahrzeugs:

  • Kraftfahrzeug bis zu 7,5 Tonnen
  • Fahrzeug-Anhänger-Gespanne bis zu einem Gesamtgewicht von 18,5 Tonnen

Diese Erlaubnis erlischt beim 50. Lebensjahr des Fahrzeugführers aus sicherheitsrelevanten Gründen für den Straßenverkehr. Folgend darf diese Person nur noch Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von 12 Tonnen führen. Sollte die Freude am Fahren von bis 18,5 Tonnen schweren Gespannen weiterhin bestehen, muss ein Führerschein der Klasse CE 79 ausgestellt sein. Dies zieht alle fünf Jahre eine ärztliche Untersuchung mit sich.

Der Besitz eines alten Papierführerscheins erlaubt dem Besitzer das Führen von Kraftfahrzeugen folgender Klassen:

  • B
  • C1
  • BE
  • C1E
  • CE

Bei einem Austausch werden diese Klassen auf dem neuen Scheckkarten-Führerschein eingetragen. Diese alte Führerscheinklasse 3 ermöglicht unter anderem das Fahren folgender Gefährte:

  • PKWs mit einem Gesamtgewicht bis zu 3,5 Tonnen
  • LKWs mit einem Gesamtgewicht bis zu 7,5 Tonnen
  • Landwirtschaftliche Zugmaschinen mit einer Höchstgeschwindigkeit bis zu 40 km/h
  • Motorräder oder Trikes

Wie lange sind die Führerscheine gültig?

Ein normaler Führerschein der Klasse B ist lebenslang gültig – insofern man nicht durch Verkehrsauffälligkeiten rechtlich zu einer Überprüfung „gebeten“ wird. Des Weiteren verjähren die erweiterten Klassen wie folgt:

  • Be und B96 – 15 Jahre
  • C und CE – 5 Jahre

Wer bis zum 19. Januar 2013 seine Führerscheinklassen für einen Klein-Lkw genehmigt bekommen hat, behält diesen Status bis zum 50. Lebensjahr. Für die restlichen Fahrzeugführer steht bezüglich der Klasse C alle fünf Jahre eine Eignungsuntersuchung an.

Kann ich mit der entsprechenden Führerscheinklasse jedes Wohnmobil leihen?

Prinzipiell ist dies mit der Vorlage des entsprechenden Führerscheins möglich. Jedoch haben viele Mietstationen klare Vorgaben zur Ausleihe von Campingmobilen:

  • Das 21. Lebensjahr muss mindestens erreicht sein
  • Kein Verleih an Fahranfänger

Hierbei gibt es sicher auch einige Ausnahmen – der Vermieter ist in seinem Konzept vollkommen frei. Da hilft eine vorherige Recherche. Vor allen in typischen Reisenationen wie Australien, den USA und Nordwesteuropa werden großartige Angebote offeriert. Einige Vermieter von Wohnmobilen verleihen andersherum auch ungern an unter 25-jährige. Dies hängt mit versicherungstechnischen Gründen zusammen.

Wohnmobil Parken

Reisen mit dem Wohnmobil steht für Abenteuerfahrten und die Freiheit bei der Erkundungstour. Während solch eines Trips wird das Wohnmobil jedoch nicht stetig in Bewegung sein. Da ist es gut zu wissen, wo man mit dem Reise-Van parken kann und darf. Bei Ausflügen in den Bergen, Erfrischungen im nahe gelegenen See oder dem Shoppingbummel durch die Stadt kann man den Urlaub vor Knöllchen und Abschleppwagen schützen

Wo darf ich mein Wohnmobil parken?

Parken mit dem Wohnmobil

 Bei Reisen durch die Natur findet der Reisende oft ausgewiesene Stellflächen oder sogar gleich eine Campinganlage für einen längeren Zeitraum. Jetzt stellt sich die Frage, ob das Abstellen des Wohnmobils auch bei Städtetrips so einfach realisiert werden kann.

Darf mein Camper auf der Straße oder in einem Wohngebiet stehen? Und wenn kein Verbotsschild vorhanden ist, kann diese Frage mit einem Ja beantwortet werden, insofern folgende Kriterien zutreffen:

  • Gesamtgewicht geringer als 7,5 Tonnen
  • Gültige Zulassung
  • Straßenverkehr nicht behindert
  • Keine Straßenschilder verdeckt


Bei einem höheren Gewicht ist das Parken in geschlossenen Ortschaften und Wohngebieten, an Sonn- und Feiertagen sowie nachts zwischen 22-6 Uhr laut StVO nicht gestattet. In diesen Fällen stellt die Gemeinde meist Hinweise für eine geeignete Abstellfläche zur Verfügung.

Wie lange darf mein Wohnmobil da stehen?

Wenn keine Informationen über den Parkzeitraum gegeben sind, werden Wohnmobile bis zu 7,5 Tonnen als Pkws behandelt und dürfen demzufolge auch langfristig da parken. Ausnahmen findet man in Form von:

  • Ergänzungsangaben an Verkehrsschildern
  • Hinweisen auf speziellen Wohnmobilstellplätzen
  • Gewichtsangaben für Kraftfahrzeuge
  • Vorgaben des Stellplatzbesitzers (bei Campingplätzen)


Das Parken des Wohnmobils mit Sondernutzung Übernachtung muss von den jeweiligen Ordnungsämtern nicht automatisch geduldet werden. Über einen längeren Zeitraum an ein und derselben Stelle bedarf es nun einer Sondergenehmigung.

Kann ich am Straßenrand parken?

Das Prozedere, nur für die Nacht auf der Wiese neben der Landstraße zu parken, gilt als Wildcampen. Und dies ist grundsätzlich nicht erlaubt. Die Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit gilt hierbei als Ausnahmefall. Dieser wird nur bis zu 10 Stunden gewährt und schließt ein Ausrollen der Markise oder ein Aufstellen von Tisch und Stuhl kategorisch aus. Folgendes sollte zudem beachtet werden:

  • Höchstparkdauer nicht überschreiten
  • Parkplätze mit Sonder- oder Zusatzschildern nicht verstellen oder gebrauchen
  • Parkmarkierungen beachten

TIPP

Wohnmobile mit Saisonkennzeichnen sollten nicht außerhalb des angemeldeten Zeitraums auf Straßen oder Parkplätzen abgestellt werden. Hierfür helfen nur Garage, Scheune oder ein Privatgrundstück.

Kann ich auf jeder Autobahnraststätte parken?

Auf Autobahnen ist viel los – und dies auch nachts. Abgesehen von den permanenten Geräuschen, ist die Kriminalitätswahrscheinlichkeit sehr hoch. Außerdem weisen viele Raststätten gar keine expliziten Wohnmobilstellplätze auf, sodass Flächen der Berufskraftfahrer in Anspruch genommen werden müssen. Fahrer eines Campers bis zu 3,5 Tonnen haben meist gar keine legale Parkmöglichkeit, weil sie nicht auf den Lkw-Plätzen stehen dürfen und die Pkw-Stellflächen nicht für Wohnmobile freigegeben sind. Da heißt es an einen idyllischeren Platz weiterfahren oder bei Zeitnot möglichst Platz sparend eine Nische finden. Aber auch in den Wohnmobilarealen großer Raststätten empfehlen sich folgende Verhaltensregeln:

  • Wertgegenstände an unzugänglichen Stellen deponieren
  • Verzicht auf Sichtschutze
  • Bei Einbruchsversuch Hupen und Licht anschalten


Ansonsten locken vielmehr die autobahnnahen Autohöfe. Eine regelrechte Infrastruktur aus Parken, Shoppen und Verpflegung kann hier gefunden werden – und definitiv der richtige Stellplatz für das Wohnmobil.

Gelten diese Richtlinien für alle europäischen Länder?

Die Richtlinien zum Parken sind in den einzelnen Ländern ein wenig abweichend. Da ist guter Rat im Vorfeld einzuholen. Striktes Parkverbot auf öffentlichen Straßen sowie Privatgrundstücken herrschen in:

  • Bulgarien
  • Griechenland
  • Kroatien
  • Portugal


In folgenden Ländern ist das Parken auf öffentlichen Straßen mit Übernachtung generell verboten:

  • Belgien
  • England
  • Irland
  • Niederlande
  • Polen
  • Schweiz

Weitere länderspezifische Regelungen sind:

  • Parken mit Parkscheibe für maximal 11 Stunden in Dänemark
  • Parken mit Erlaubnis des Grundstücksbesitzers in Frankreich und Schweden
  • Halte- wie Parkverbot auf freiem Gelände in Italien
  • Regionale Regelungen für das Parken in Spanien

Wie verhalte ich mich auf einem Wohnmobilparkplatz?

  • Parkmarkierungen beachten
  • Nicht zu nah am Nachbarn parken
  • Keine selbst gemachten Absperrungen aufbauen
  • Hunde anleinen und Entsorgungen entfernen
  • Lautstärke anpassen
  • Türknallen vermeiden
  • Müll in vorgesehenen Behältern entsorgen
  • WC-Kassette nicht am Frischwasserhahn ausspülen
  • Toiletteninhalt nicht im Regenwassergulli entsorgen
  • Ablasshahn nach Entsorgung verschließen
  • Freundlicher Gruß zum Stellplatznachbar wirkt Wunder

Wohnmobil Versicherung

Vollkommen losgelöst einfach Gas geben und ein Abenteuer erleben – Wohnmobilisten zieht es oft in die Natur der Fjorde, die Weiten Amerikas oder zum Städtetrip quer durch Europa. Wie alle Fahrzeuge sollte auch das Wohnmobil auf diesen Reisen mit einer Haftpflichtversicherung versehen sein. Mit einer Kfz-Versicherung für das Ausland können Verkehr, Landschaft und Wetter das Reiseabenteuer nicht trüben.

Welche Versicherungen gibt es für mein Wohnmobil?

Ganz allgemein stehen dem Besitzer des Wohnmobils mehrere Versicherungen zur Verfügung. Detaillierter als die normale Autoversicherung gehen Wohnmobilversicherungen auf sehr bestimmte Notsituationen auf Reisen ein. Daher sind Konditionen und Tarife auf sehr genaue Fälle eingerichtet. Die wichtigste, und auch Pflichtversicherung, stellt die Haftpflichtversicherung dar:

Haftpflichtversicherung

  • Personen-, Vermögens- und Sachschäden
  • Unterschiedliche Tarife nach Versicherungssumme
  • Mallorca-Police regelt Übertragung auf Mietautos im Ausland

Teilkaskoversicherung

  • Standard Selbstbehalt 150 Euro
  • Glasschäden
  • Brand
  • Explosionen
  • Kurzschluss
  • Einbrecherschäden
  • Fahrzeugdiebstahl

Vollkaskoversicherung

  • Standard Selbstbehalt 500 Euro
  • Bestandteile der Teilkaskoversicherung plus
  • Selbstverschuldete Schäden
  • Vandalismus
  • Neidkratzer


Bei einem Differenzbetrag von 20 Euro bezüglich einer Selbstbeteiligung von 500 oder 1.000 Euro sollte bedacht werden, dass man für ein Verlustgeschäft mehr als 25 Jahre schadenfrei fahren muss. Ein bewusster Vergleich schenkt viele Vorteile.

Tipp: Für Reisen durch entfernte Länder bieten sich Mietstationen vor Ort an. Das Wohnmobil ist hierbei bereits haftpflichtversichert – in der Regel unter Vollkaskokonditionen

Des Weiteren empfehlen sich zusätzliche Absicherungen für diverse Notfälle:

Inhaltsversicherung

  • Bei Diebstahl von Haushaltsgegenständen im Wohnmobil
  • Entwendung der Ausstattung
  • Diebstahl elektronischer Wertsachen

Elementarschadenversicherung

  • Schäden durch Hagel
  • Mängel nach Überschwemmungen
  • Aussetzer nach Blitzschlägen
  • Defekte durch Schnee- oder Dachlawinen


Info: Die Versicherung gegen Elementarschäden lässt die Beiträge steigen – je detaillierter die Abdeckung, desto deutlicher die Erhöhung.

(Wild-)Tierversicherung

  • Schäden durch Anfahren / Straßenquerung
  • Defekte durch Bisse und Kratzer (Marder)

Campingversicherung

  • Für Missgeschicke im Verhalten auf Campingplätzen
  • Bei Schäden am Campingplatz oder an Personen

Spezialkonditionen

  • Ländertypische Versicherungsabsätze
  • Fährrisiko bei Mittelmeerfahrten
  • Rechtsschutzversicherung
  • Pannenhilfe
  • Schlüssel- / Schlossersatz
  • Freie Werkstattwahl

Worin unterscheiden sich die SF-Klassen?

Kfz-Versicherungen werden in der Regel in 20 Schadensklassen unterteilt. Viele Anbieter greifen aber auf das verkürzte Modell mit nur zehn umfassenden Kategorien zurück. Je nach schadenfreien Jahren werden die Beitragssätze meist um ein Prozent gesenkt. Des Weiteren steigt der Deckungsbeitrag um bis zu zwei Prozent pro gestiegene Schadensfreiheitsklasse. Im maximalen Deckungsbetrag ist geregelt, wie viel Prozent der Kosten die Versicherung übernimmt. Dies ist wiederum abhängig vom gewählten Tarif.

Tipp: Sollte bei einem Schadensfall durch den Versicherten ein Gutachten eingefordert werden, hat sich der Standard einer 60-prozentigen Pauschalübernahme der Kosten auf dem Markt durchgesetzt.

Wie hoch ist die Selbstbeteiligung?

Die Selbstbeteiligung wird zum einen im Vertrag festgehalten. Dafür stehen unterschiedliche Tarife zur Verfügung. Andererseits wird sie ebenfalls durch die SF-Klasse beeinflusst. Mit steigender Anzahl schadenfreier Jahre werden die Beitragssätze niedriger und die Übernahmeprozente in der Regel höher.

Wie funktioniert die Prämienberechnung?

Schäden bei Wohnmobilen ziehen höhere Kosten, als bei einem üblichen Pkw nach sich. Daher sind Kosten und Anteilberechnung mit größeren Summen belegt. Von folgenden Eigenschaften hängt die Prämienberechnung ab:

  • Teil- und Vollkasko
  • Gesamtneuwert bzw. Kaufpreis
  • Höhe der Selbstbeteiligung
  • Schadenfreie Jahre
  • Fahreranzahl
  • Baujahr und Aufbauart

Tipp: Sollte im Vertrag der Ausdruck „Abzüge neu für alt“ notiert werden, bezieht sich der Ersatzanspruch auf den zum Abschluss aktuellen Wert des Elements und nicht auf den Neupreis.

Welche Sonderregelungen gibt es?

Viele Ergänzungen sowie Sonderbestimmungen sind sehr hilfreich. So erlaubt ein Schutzbrief die Überführung eines nicht fahrtüchtigen Wohnmobils zum Heimatstandort. In einigen Fällen werden besondere Fahrzeugteile extra versichert oder ausgeschlossen. So kann ein Alkoven gesondert betrachtet werden. Ebenso hängen viele Versicherungen bei Landschaftstouren mit der Reiseroute zusammen. Einmal von der vorher genehmigten Tour abgekommen, erlischt der Versicherungsschutz. Des Weiteren stehen verschiedene Sparoptionen bei einem Versicherungsabschluss zur Verfügung:

  • Spezielle Berufsgruppen (z.B. Beamte)
  • Weitere laufende Versicherungen beim selben Anbieter
  • Materialeigenschaften der Wohnmobile
  • Sonderkonditionen für bestimmte Wohnmobilmodelle
  • Rabatt nach Datum der Antragstellung
  • Anzahl der schadenfreien Jahre
  • Unterstand oder öffentlicher Parkplatz
  • Alter des Versicherten

Nützt mir ein Saisonkennzeichen?

In jedem Fall sollte der Wohnmobilist überlegen, ob er ein Sommer oder Winterabenteurer ist. Lässt sich die Leidenschaft für die Mobilheime auf die goldenen Monate im Jahr begrenzen, kann eine Stilllegung im Winter die Kfz-Steuer senken. Auch die Versicherung fällt nun bei geeignetem Unterstand in einer Garage weg. Eine Zwischenlösung bei Mangel eines geeigneten Stellplatzes stellt dann die Ruheversicherung dar. So sind nur grobe Elementarschäden und Schäden durch Dritte abgedeckt.

Wie wird der Beitrag berechnet?

Verschiedene Versicherungen bieten unterschiedliche Tarife an. Daher lohnt sich ein Vergleich allein schon. Aber auch Rabatte und Sonderkonditionen regeln die Beiträge der Wohnmobilbesitzer. Die Basisberechnung erfolgt wie folgt:

  • Herstellerlistenpreis des Fahrzeugs
  • Addition festmontierter Ausstattungselemente
  • Ansetzen der Versicherungssumme
  • Bestimmung des Eigenanteils

Sollte der Besitzer in den folgenden Jahren schadenfrei unterwegs sein, steigt er in der Schadenfreiheits-Klasse auf und spart somit Kosten.

Info: Ein H-Kennzeichen bringt keine vergünstigten Tarife wie bei üblichen Pkws. Es wird davon ausgegangen, das ein Wohnmobil über die Zeit genutzt wird, es wird nicht als Sammlerobjekt angesehen.