GUT BERATEN BEIM WOHNMOBIL-KAUF

Egal, wohin es geht – der Urlaubstrend-Zeiger steht auf Camping! Immer mehr Menschen entscheiden sich für den Kauf eines Zuhauses auf vier Rädern. Gute Gründe dafür gibt es viele: Flexibilität, Freiheit, geringere Kosten und natürlich der Wohlfühlfaktor. Bevor es allerdings in den lang ersehnten Urlaub gehen kann, warten viele Fragen auf eine Antwort: Welche Wohnmobilarten gibt es überhaupt? Was muss ich beim Kauf beachten? Und wenn ich erst einmal ein Wohnmobil habe, darf ich mich dann damit überall hinstellen? Für diese und andere wichtige Fragen haben wir die passenden Antworten zusammengestellt.

Die Kaufberatung garantiert keine Vollständigkeit.

Mitten im Arbeitsalltag leistet ein Urlaub wahre Wunder. Dieser Ausgleich zur Stressroutine wird meist mit einer Reise in eine andere Region oder gar ein anderes Land realisiert. Da kann bei Fahrt / Flug, Unterkunft und separaten Ausflügen das Budget doch recht schnell geknackt werden. Wer oft verreist und nicht stationär gebunden sein möchte, der entscheidet sich für ein Wohnmobil. Wie lange man an einem Platz verweilt und wo es als Nächstes hingeht, bestimmen die Reisenden allein. Ohne Gebundenheit an ein Reisebüro oder einen Standort kann das Land mit einem Wohnmobil auf eigene Faust erkundet und ein Abenteuer erlebt werden. 

Die Qual der Wahl

Bei der Entscheidung für das richtige Wohnmobil gibt es mehr Details zu beachten, als man anfänglich zu denken vermag. Ganz nach dem eigenen Gusto und Anspruch stehen selbstredend verschiedene Fahrzeugtypen zur Verfügung – hier kann die erste individuelle Entscheidung getroffen werden. Doch auch die Fragen zur Finanzierung, zu den Verkaufsstellen, zum Kaufzeitpunkt und zur Ausstattung wollen beantwortet werden. Dieser Überblick soll als Kauferleichterung fungieren und die Entscheidung vereinfachen. Im Vorfeld darf sich über einige Kriterien Gedanken gemacht werden. Diese bestimmen die Wahl des Fahrzeugtyps sowie die Grundausstattung.

STANDORTE

  • Campingplätze bieten Landstrom, Toiletten und Duschen
  • Stellplätze bieten meistens Grundversorgung, manchmal nur Parkplatz
  • Privatgrundstücke nach Absprache bedingen die Abhängigkeit zum Besitzer
  • Erlaubtes Wildcampen setzt höchste Anforderungen an die Selbstversorgung voraus

BEFESTIGUNG FÜR EIN VORZELT

  • Zusätzlicher Stauraum
  • Kochnische
  • Aufenthaltsraum bei schlechtem Wetter
  • Auf Campingplätzen erlaubt, auf Stellplätzen meist nicht

EINGETRAGENE SITZPLÄTZE

  • Erlaubnis der zu transportierenden Personenanzahl
  • Muss nicht den Sitzmöglichkeiten und Schlafoptionen entsprechen

ALTER DES WOHNMOBILS

  • Reparaturen nehmen bei älteren Fahrzeugen zu
  • Umweltzonen können manche Reisen verkomplizieren
  • Aufrüstung alter Wohnmobile auf moderne Ansprüche teurer

BETTEN

  • Hubbett – wird in Fahrerkabine / Wohnraum abgesenkt
  • Festbett – eingebaut im Heck des Wohnmobils
  • Mobilbetten – tagsüber Sitzflächen, abends Betten
  • Stockbetten – Platz sparende Anordnung übereinander

INFO

Wohnmobile, welche älter als 30 Jahre sind, zählen zu den Oldtimern – dies muss jedoch beantragt werden. Der neue Status senkt zum einen die Steuern und erlaubt andererseits das Durchfahren von Umweltzonen.

TIPP

Feuchtigkeitsmessgeräte geben Sicherheit beim Kauf eines Wohnmobils.

DIE ENTSCHEIDUNG FÜR EIN SPEZIELLES MODELL HÄNGT GRUNDLEGEND VON FOLGENDEN PUNKTEN AB:

  • Budget
  • Reiserouten / -ziele
  • Platzbedarf
  • Komfortbedarf
  • Mitreisende
  • Gepäck
  • Führerschein

CAMPINGBUS / CAMPER VAN – DER FLEXIBLE

  • Wendig und einfach zu manövrieren
  • Hecktüren für sperriges Gepäck
  • Kein richtiges Bad
  • Eignung für zwei Personen
  • Niedriges Komfortlevel
  • Urlaubs- und alltagstauglich
  • Eingeschränkte Stehhöhe
  • Eingeschränkter (Stau-)Raum
  • Sommerbetrieb

KASTENWAGEN – DER AUSGEBAUTE

  • Bett im Heck mit Stauraum darunter
  • Eignung für 2–4 Personen
  • Mittleres Komfortlevel
  • Mehr Stauraum als im Campingbus
  • Separater Sanitärraum
  • Durchgehende Stehhöhe
  • Sommerbetrieb und eingeschränkter Winterbetrieb
  • Niedriges Preissegment

ALKOVEN-WOHNMOBIL – DER KLASSIKER

  • Festbett oberhalb der Fahrerkabine
  • Extreme Höhe – Vorsicht bei Überbrückungen und Unterfahrten
  • Familienmodell dank zusätzlicher Schlafstellen
  • Heckgarage und Doppelboden üblich
  • Deutliche Seitenlage und höherer Kraftstoffverbrauch
  • Eignung für 4–6 Personen
  • Mittleres bis hohes Komfortlevel
  • Ausreichend Platz für Bad und Küche
  • Abschottbares Fahrerhaus
  • Sommerbetrieb und Winterbetrieb
  • Mittleres Preissegment

TEILINTEGRIERTES WOHNMOBIL – DER WINDSCHNITTIGE

  • Fahrerhaus teilweise in Wohnbereich integriert
  • Drehbare Fahrersitze als Ensemble zum Esstisch
  • Flache Konstruktion
  • Wahl nach Hubbett oder Sitzbankumbau
  • Tiefer Schwerpunkt schenkt gewohntes Fahrgefühl eines Pkws
  • Eignung für 2–4 Personen
  • Mittleres bis hohes Komfortlevel
  • Niedrigerer Kraftstoffverbrauch
  • Wenig isoliertes Fahrerhaus
  • Sommerbetrieb und eingeschränkter Winterbetrieb
  • Mittleres Preissegment

INTEGRIERTES WOHNMOBIL – DER KOMFORTABLE

  • Eigenständige Bug-Maske mit Panoramafrontscheibe
  • Großartiges Raumgefühl
  • Hubbett über Fahrerhaus
  • Oft schwerer als 3,5 Tonnen – Achtung: Führerschein!
  • Eignung für 2–4 Personen
  • Hohes Komfortlevel
  • Sehr gute Isolierung
  • Sommerbetrieb und Winterbetrieb
  • Hohes Preissegment

LINER – DER LUXURIÖSE

  • Technisch anspruchsvoll
  • Moderne Einrichtung
  • Erweiterungen mit ausfahrbaren Erkern möglich (Slide-Outs, High-End)
  • Eignung für 2–4 Personen
  • Sehr hohes Komfortlevel
  • Ausgiebig freier Platz
  • Viel Stauraum
  • Hoher Kraftstoffverbrauch
  • Abmessungen bedingen große Vorsicht im Straßenverkehr
  • Sommerbetrieb und Winterbetrieb
  • Sehr hohes Preissegment

Fahren Sie ein Wohnmobil Ihrer Wahl doch beim ersten Urlaub zur Miete. Dann wissen Sie, ob Ihre Ansprüche erfüllt werden und sich ein Kauf für Sie persönlich lohnt.

Mag man mindestens einmal pro Jahr oder mehrmals voller Freiheit in der Routenplanung die Welt oder zumindest die Nachbarländer erkunden, zahlt sich ein eigenes Wohnmobil schnell aus. Liegt das ein- oder zweimalige Abenteuer über fünf Jahre im Fokus, dann reicht sicher schon ein gemietetes Reisemobil. Beide Seiten bieten Vor- und Nachteile

VORTEILE BEIM MIETEN

  • Keine Anschaffungskosten
  • Keine laufenden Kosten (Versicherung, Reparaturen)
  • Kein zusätzlicher finanzieller Aufwand (Inspektion, TÜV)
  • Keine Unterbringungsschwierigkeiten des Fahrzeugs
  • Keine intensive Außen-Säuberung des Campers
  • Flexibilität für Urlaub ohne Wohnmobil (kein schlechtes Gewissen)
  • Wenn Werkstattbesuch notwendig, hilft die Vermietstation
  • Keine Gedanken nach der Wohnmobil-Rückgabe

NACHTEILE BEIM MIETEN

  • Kurztrips lohnen nicht
  • Hohe Mietkosten
  • Wohnmobile im Reisezeitraum evtl. nicht verfügbar
  • Gewünschtes Fahrzeug evtl. schon ausgebucht
  • Keine Auswahl der Inneneinrichtung nach eigenem Geschmack

VORTEILE BEIM KAUF

  • Nicht an feste Zeiten gebunden
  • Jederzeit abfahrbereit
  • Regelmäßige Fahrten ohne Mehrkosten
  • Wochenendtrips lohnen sich
  • Weniger Packstress (viele Dinge können im Camper verbleiben)
  • Nutzung der eigenen Ausstattung (kein Fremdgebrauch)
  • Möglichkeit Wohnmobil in der Familie zu teilen = Kosten sparen
  • Möglichkeit Wohnmobil von privat zu vermieten = Geldeinnahme
  • Die Ausstattung kann individuell ausgesucht werden
  • Die Inneneinrichtung kann nach eigenem Geschmack gestaltet werden

NACHTEILE BEIM KAUF

  • Hohe Anschaffungskosten
  • Regelmäßige Kosten (Stellplatz/Garage, Versicherung, Inspektion, TÜV)
  • Suche nach sicherem Unterstand / Garage für das Wohnmobil
  • Regelmäßiges Putzen und Säubern des Fahrzeugs (innen und außen)

INFO

In manchen Mietverträgen ist die Rede von einer besenreinen Übergabe.

Es gibt verschiedene Anlaufstellen, um zum eigenen Wohnmobil zu gelangen:

HÄNDLER

  • Offizielle Verkaufsadresse
  • Gewährleistung auf Neu- und Gebrauchtwagen

HERSTELLER

  • Neuwagen in Markenqualität
  • Individuell angefertigte Wohnmobile

INTERNETVERKÄUFER

  • Gute Schnäppchen, aber große Risiken
  • Niemals ohne Vororttermin und Probefahrt

ACHTUNG VOR PHISHING:

„Angebliche Käufer“ erhalten Angebot und Kontaktdaten vom Originalhändler. Sie nutzen dies für sich, senken den Verkaufspreis und stellen es ins Netz. Teilanzahlungen sieht man bei diesen Identitätsfälschungen nie wieder.

PRIVATHÄNDLER

  • Günstige Preise
  • Keine Garantie – detaillierten Vertrag aushandeln!

Für den Kauf bei einer Privatperson sollte immer ein Vertrag ausgearbeitet werden. Enthaltene Klauseln wie „Gekauft wie gesehen“ sollten zu einer genauen Inspizierung führen. Mit dieser Klausel wird der Verkäufer sehr vielen Verpflichtungen entzogen. Nur bei arglistiger Täuschung ist er dann noch haftbar. Es sollten folgende Punkte aufgeführt sein:

  • Anzahl der vorherigen Fahrhalter
  • Fahrzeugmodell mit Fahrzeugnummer
  • Baujahr
  • Kraftstoffart
  • Farbe und Lackierung
  • Kilometerstand
  • Technische Daten
  • Schadstoffklasse
  • Datum der Erstzulassung
  • Türenanzahl
  • Ist das Wohnmobil ein Import
  • Geräte und Funktionen
  • Mängel und Fahrzeugschäden

Viele Wohnmobile bieten Reisenden neben einzelnen Wohnarealen und der Koch- sowie Toilettennische nützliche Vorzüge einer schattenspendenden und kühlenden Markise. Auch eine Befestigung für ein Vorzelt ist empfehlenswert, wenn Campingplätze angefahren werden sollen. Zusätzlich existiert ein breit gefächertes Angebot an Zusatzausstattung. Dieses sollte bewusst und nach dem eigenen Reiseverhalten ausgewählt werden. Sie klingen gut, offerieren Luxus und treiben den Preis nach oben. In vielen Fällen werden sie aber während einer Reise gar nicht benötigt.

Diese Upgrades sind recht nützlich:

  • Anhänger / Aufhängung für Fahrräder
  • Keller (doppelter Boden) für Stauraum
  • Solardächer / Generatoren für lange Reisen
  • Elektronisches Stabilitätsprogramm ESP
  • Beifahrer-Airbag
  • Crash-Sensor für die Gasanlage
  • Aufrüstung auf fünf oder sechs Gurtplätze
  • Satellitenanlage auf dem Dach
  • Solaranlagen
  • Erweiterung der Steckplätze für 230 Volt, 12 Volt und USB
  • Isolierter Abwassertank für den Winter
  • Stromsparende, langlebige LED-Lampen
  • Rückfahrkamera
  • Dachfenster für Licht und Luft
  • Tankvergrößerung (auf 90 Liter)
  • Fahrerhausverdunkelung als Schutz vor neugierigen Blicken und Sonneneinstrahlung
  • Notbrems- und Spurhalteassistent

Die Entscheidung für einen Keller am Wohnmobil sollte auch bezüglich der Routenwahl getroffen werden. Immerhin wird die Bodenfreiheit stark eingeengt, was sich auf einer wilden Buckelpiste in der Natur als negativ erweisen könnte. Die meisten Verbindungstrassen sind jedoch sicher asphaltierte Straßen, sodass die Bedenken schwinden können.

Bei einer Fahrt mit dem Wohnmobil offenbaren sich viele Freiheiten, aber auch neue Herausforderungen. Folgende Besonderheiten sind zu beachten

  • Überlänge des Fahrzeuges – Achtung beim Einparken 
  • Überhöhe des Wohnmobils – Vorsicht vor Unterfahrten und Brücken 
  • Hygienestandards sind aufrechtzuerhalten 
  • Schwerpunkt des Fahrzeugs liegt oft oberhalb des gewohnten Fahrgefühls 
  • Innerstädtische Touren sind mitunter nicht möglich 
  • Geräuschkulisse bei der Fahrt ist intensiver

Des Weiteren gilt es die Hausregeln der Campingplätze und Stellplätze zu berücksichtigen. Auch auf den Umgang mit den Nachbarn darf man sich gesittet und respektvoll einlassen.

Hinweis

Wenn die Dusche aus dem Campingmobil in die Seen der Natur verlegt werden soll, wird bitte auf Shampoos und Seifen verzichtet. Die Natur erholt sich nur sehr langsam von Tensiden, welche im Wasser schwer abbaubar sind und das ökologische Gleichgewicht stören.

Die Lieferzeiten variieren je nach Hersteller und vor allem nach gewünschtem Reisemobil. Im Allgemeinen hängt die Lieferzeit von folgenden Punkten ab:

  • Absatzmarkt
  • Verfügbarkeit des Basisfahrzeugs
  • Aufbauvariante
  • Spezialausstattung
  • Logistik
  • Transport

Wenn davon ausgegangen werden kann, dass ein entsprechendes Grundchassis vorhanden ist, beginnt die Montage. Bis zum Verlassen des Montagebandes dürfen bis zu zwei Monate kalkuliert werden. Der Transport bis zum tatsächlichen Übergabeort kann noch einmal bis zu sechs Wochen betragen – je nach Produktionsstätte. Boomt der Markt, erhöht sich diese Lieferzeit aufgrund der Wartezeit. Zudem können Individuallösungen sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Zur Verkürzung der Wartezeit tragen zwei Faktoren bei:

KAUF BEIM PRIVATHÄNDLER

  • Das ausgeschriebene Wohnmobil ist sofort verfügbar
  • Oft Einschränkungen bei persönlichen Wünschen
  • Gebrauchtes Wohnmobil

KAUF BEIM FACHHÄNDLER

  • Erfahrungen und Bauchgefühl bestimmen Ankauf
  • Stöbern verschafft lohnenden Vergleich
  • Schnäppchen locken
  • Netzwerk schafft Effizienz
  • Alle persönlichen Wünsche werden erfüllt

TIPP

Der Vermerk „unverbindlicher Liefertermin“ räumt dem Verkäufer einen zeitlichen Spielraum ein – dieser beläuft sich auf bis zu sechs Wochen. Danach kann der Käufer mahnen und Preisnachlass aushandeln. Nur in seltenen Fällen sollte vom Kaufvertrag zurückgetreten werden, man möchte schließlich sein Wohnmobil und ein Schnäppchen dazu.

Es gibt drei gängige Finanzierungsformen:

RATENKREDIT

  • Gleichbleibende, monatliche Raten
  • Laufzeit frei verhandelbar (bis zu zehn Jahre)
  • Günstige Zinssätze (hängt von Bonität des Kunden ab)
  • Breites Angebot auf dem Markt
  • Niedrige Raten bei hoher Anzahlung oder langer Laufzeit
  • Barzahlung beim Händler möglich (Rabatte möglich)
  • Hinterlegung einer Sicherheit – z.B. aktuelles Fahrzeug

DREI-WEGE-FINANZIERUNG

  • Geringe Anzahlung
  • Fester Zinssatz und niedrige Raten
  • Kurze Laufzeiten
  • Rückgaberecht – gesamter Preis muss nicht finanziert werden
  • Drei Endmöglichkeiten – Schlussrate, Weiterfinanzierung, Rückgabe an Händler
  • Mängel am Reisemobil mindern Rückgabepreis
  • Anschlussfinanzierung teuer

BALLON-FINANZIERUNG

  • Bis zu 50 Prozent der Kreditsumme als Schlussrate
  • Keine oder geringe Anzahlung
  • Fester Zinssatz und niedrige Raten
  • Kurze Laufzeit
  • Hohe Schlussrate und teure Anschlussfinanzierung

Kreditgeber können hierbei Hausbanken wie auch die Händler selbst sein. Dabei werden stets Ressourcen von Fahrzeugfinanzierungen in Anspruch genommen.

Führende Banken hierfür sind:

  • Santander Consumer Bank
  • S-Kreditpartner
  • Europa Bank (Ableger Volkswagen Bank)

Wer sich bei seiner Hausbank erkundigt, wird schnell die Auswahl zwischen Verbraucherdarlehen oder Hypothekendarlehen bekommen. Letzteres bietet viel bessere Konditionen, jedoch auch einen längeren Bindungszeitraum. So zahlt man unter Umständen noch für ein Wohnmobil, welches schon wiederverkauft worden ist.

Für ein Wohnmobil fallen stetig laufende Kosten an. Diese setzen sich aus folgenden Teilbeträgen zusammen:

  • Kfz-Steuer
  • Versicherung
  • Stellplatz / Unterstand
  • Wartung / Reparatur
  • TÜV inklusive Dichtigkeitsprüfung
  • Reifen
  • Reisekosten
  • Wertverlust

TIPP

Das tatsächliche Gewicht kann vom eingetragenen Gewicht durchaus abweichen. Die Waage einer Autowerkstatt hilft der Erkenntnis. Im schlimmsten Falle sind Auflagen vorhanden oder der jeweilige Führerschein nicht existent. Oder es bleibt kein Spielraum für das Gepäck einer vierwöchigen Rundfahrt. In einer Beispielrechnung ergeben sich für das Jahr ungefähr folgende Kosten:

  • Stellplatzmiete für Wintermonate 150 - 200 Euro
  • Campingcard ACSI für das Jahr 30 - 60 Euro
  • Versicherungsbeitrag 200 - 300 Euro
  • Wohnmobilsteuer 200 - 450 Euro
  • Reifen 250 - 500 Euro
  • Reiseführer 20 - 50 Euro (je Prospekt)
  • Vignetten 25 - 50 Euro (je Land)
  • Spritkosten 150 - 400 Euro (je nach Reiseziel)
  • Übernachtungskosten 10- 50 Euro (je Übernachtung)
  • Ausstattung (Teppich, Radio, etc.) 200 - 500 Euro
  • Gesamtkosten 1.125 - 2.660 Euro

Diese variieren beispielsweise bezüglich Versicherungssätzen oder Stellplatzmieten. Zudem gesellen sich weitere Kosten hinzu:

  • TÜV alle 2 Jahre (bei Wohnmobilen mit Dieselmotoren und Gesamtgewicht über 3,5 t alle 12 Monate) - Preise von Bundesland zu Bundesland verschieden
  • Reparaturen 45 - 100 Euro
  • Wartung 500 - 1.000 Euro
  • Gasprüfung alle 2 Jahre 50 - 100 Euro
  • Zusatzkosten 660 - 1.340 Euro

Es ist ratsam, das Wohnmobil antizyklisch zu kaufen. Dies bedeutet, dass der Herbst ein lohnenswertes Argument für einen günstigeren Preis darstellt. Wenn die Saison langsam beendet wird, wollen erstens einige verkaufen und zweitens bekommen die Händler die Wohnmobile aufgrund niedriger Nachfrage nicht so gut an den / die Mann / Frau. Des Weiteren sollte der Absatzmarkt unter die Lupe genommen werden. Wenn Verkaufsrekorde geknackt und ein neuer Trend geschaffen worden sind, werden die Preise steigen. Vielleicht kann sich der Käufer dann noch ein oder zwei Jahre gedulden, um ein Schnäppchen zu machen – oder er kauft bewusst preisintensiver, weil es der Zeitraum erfordert.

Für viele Wohnmobilisten wird das Budget ein klares Kaufargument sein. Und diesbezüglich wird das gebrauchte Wohnmobil lockende Offerten aufzeigen. Doch auch weitere Entscheidungskriterien helfen der richtigen Wahl:

NEUFAHRZEUG

  • Hohes Maß an Planungssicherheit
  • Dichtigkeitsgarantie
  • Neuester Stand der Technik
  • Technischer Fortschritt bei Wohnmobilaufbauten
  • Individuelle Ausstattung

GEBRAUCHTFAHRZEUG

  • Vorteilhafter Preis
  • Keine langen Lieferzeiten
  • Keine umständlichen Preislisten
  • Ein konkretes Fahrzeug zum Begutachten
  • Eventuelle Kinderkrankheiten beseitigt oder feststellbar
  • Sonderausstattungen bereits an Bord

Neu vs. gebraucht

Jedoch ist die Entscheidung für neu oder gebraucht auch eine ganz individuelle Frage nach dem Wohlbefinden. Manche Menschen empfinden es als unangenehm, sich in einem Wohnmobil von einem vorhergehenden Besitzer zu befinden. Vielreisende mit ganz individuellen Ansprüchen finden sicher in einem Neuwagen auch mehr Potenzial – das neue Wohnmobil amortisiert sich dann auch recht schnell. Beachtung sollte beim Kauf eines gebrauchten Wohnmobils dem Wertverlust geschenkt werden. Im ersten Jahr beträgt dieser ungefähr 20 Prozent, im nachfolgenden nur zwölf Prozent. Jedes weitere Jahr wird in der Regel mit einem Wert zwischen acht und zehn Prozent bemessen. So kann man schnell einen Wucher oder ein Schnäppchen erkennen.

Der Kauf eines Wohnmobils stellt eine große Investition dar, welche mit größter Sorgfalt und einer lupenreinen Inspektion des Fahrzeuges einhergehen sollte. Vor dem Kauf sollte der Fokus auf Folgendem liegen:

  • Fahrzeugunterlagen überprüfen
  • Außenhaut nach Beschädigungen durchsuchen
  • Scheiben auf Unversehrtheit
  • Fahrzeuggewicht ermitteln
  • Sicherer Verschluss aller Schlösser
  • Tadelloser Zustand von Innen- wie Außenspiegeln
  • Funktionalität der Fensterheber oder der Kippfunktion
  • Reifen auf Beschädigungen und Profiltiefe checken
  • Dichtigkeit des Innenraums prüfen
  • Bordelektronik (Licht, Kühlschrank, Wasserversorgung)
  • Kupplung und Bremsen
  • Leistung und Zustand des Motors
  • Scheinwerfer
  • Gasleitungen und TÜV prüfen

WELCHE KILOMETERANZAHL / LEISTUNG IST BEIM KAUF AKZEPTABEL?

Beim Kauf bestimmen folgend die Ausstattung sowie der Zugwagen die wahren Anschaffungskosten. Oft wird die Maschine des Fahrzeugs ein wenig außer Acht gelassen, aber das Gesamtgewicht möchte ordentlich und effektiv befördert werden. Außerdem ermöglicht der Blick auf die Leistung ebenso Routen in der Landschaft oder steile Anstiege an Serpentinen. Die Kilometeranzahl weist dagegen nur daraufhin, dass mehrere kurze oder wenige lange Fahrten unternommen sind. Für den Kauf ist es eher irrelevant, weil die Wohnmobile auf Touren über Jahre konzipiert sind und daher bei richtiger Handhabung durch die bloße Zahl keine Mängel suggerieren.

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